1945/1946


Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mussten Diakonissenmutterhaus und Krankenhaus auf Weisung der russischen Armee das Gelände in Oberschöneweide verlassen. Nach einer kurzzeitigen Auslagerung in eine Schule in Friedrichshagen bezogen sie ihr neues Domizil im »Städtischen Krankenhaus Herzberge« in Lichtenberg.
Die »Heil- und Pflegeanstalt Herzberge« war 1893 eröffnet worden. Im Dritten Reich faktisch aufgelöst und 1942 als »Städtisches Krankenhaus Herzberge« zum Behelfskrankenhaus umfunktioniert, wurden erst 1946 wieder Psychiatriepatienten in Herzberge behandelt. 1971 erfolgte die Umbenennung in »Fachkrankenhaus für Neurologie und Psychiatrie Berlin-Lichtenberg«.

Nachkriegsjahre und DDR-Zeit


Mit Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) wurde die Arbeit kirchlicher Einrichtungen durch die SED-Administration mit Misstrauen begleitet. Die Anbindung an das Diakonische Werk und die Evangelische Landeskirche bot Schutz vor staatlichen Übergriffen.

Nach dem Mauerbau am 13. August 1961 kam es zu einem besonderen Engpass: Außer den zwei Chefärzten waren fast alle Ärzte aus Westberlin und konnten ihren Dienst nicht mehr ausüben. Für den inneren Zusammenhalt sorgten in dieser Zeit die Diakonissen, bis sich die Lücken wieder schlossen. Jedoch wurde ihr Kreis immer kleiner. 1980 waren noch fünf Diakonissen im aktiven Dienst, von den ehemals zwölf Gemeindeschwestern nur noch eine.

 

Trotz mancher Einschränkungen konnte das Krankenhaus die Entwicklungen in der Medizin aufnehmen und durch finanzielle Unterstützung der Kirchen aus dem Westteil Deutschlands umsetzen. Dadurch erwarb es sich in Ostberlin und darüber hinaus einen sehr guten Ruf.

Einführung von Oberin Hildegard Duchstein 1954

1980 bis 1991


Obwohl die Zahl der Verbandsschwestern und des Pflegepersonals stieg, fehlte jedoch der Nachwuchs für das Mutterhaus als Träger des Krankenhauses. Schließlich konnten die Diakonissen die Verantwortung für die Leitung nicht mehr tragen. 1980 änderte sich daher die Leitungsstruktur (Kuratorium/Vorstand).
Am 15. Juni 1980 wurde in der neuen Satzung des Diakoniewerks der Name »Evangelisches Diakoniewerk Königin Elisabeth« (EDKE) beschlossen. Im gleichen Jahr gab das Diakonissenmutterhaus die Verantwortung für das Krankenhaus und die Krankenpflegeschule an das EDKE ab.

Im Jahr 1986 wurde die umfassende Rekonstruktion des EDKE mit Mitteln der Diakonie begonnen. Die politische Wende 1989 brachte neue Möglichkeiten mit sich: die beiden Krankenhäuser auf dem Herzberger Gelände entschlossen sich zum gemeinsamen Weg unter dem Dach der Diakonie. Am 30. Dezember 1991 unterzeichnete Pfarrer Thomas Passauer für das EDKE den Fusionsvertrag zum »Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge« (KEH).

 

V.l.n.r.: Der Berliner Gesundheitssenator Peter Luther, Pastor Thomas Passauer und der Lichtenberger Bezirksbürgermeister Christian Kind bei der Vertragsunterzeichnung

Die Stiftung EDKE

 

Die Stiftung EDKE blieb und bleibt als Gesellschafterin mitverantwortlich für die Arbeit des Krankenhauses und der Krankenpflegeschule, als das KEH 2001 in eine gGmbH umgewandelt wurde. Ebenso ist sie Teilhaberin der »leben lernen gGmbH am EDKE« und der »Diakonie-Hospiz Lichtenberg gGmbH« sowie Träger der Kindertagesstätte »Waldhäuschen«.
Bis 1994 verbrachten die verbliebenen Diakonissen ihren Ruhestand im Feierabendheim Ravenstein. Heute leben sie im Diakonissenmutterhaus Lazarus in Berlin.